Der Urapfel der Menschheit dürfte eine sauere, harte Frucht gewesen
sein, vom wilden Holzapfel bis zu den heutigen Tafeläpfeln war ein
langer Weg. Durch Züchtung, Selektierung und Veredelung entstanden
ständig neue Sorten oder alte Sorten werden verbessert. Die Heimat
des Apfels ist Kleinasien, von dort aus kam er über Griechenland nach
Italien, die Römer brachten ihn mit an den Rhein. Zwar gab es
in Germanien auch schon zuvor Äpfel, eben den Holzapfel, die Veredelungstechnik
aber, das Pfropfen (lat. propagare = fortpflanzen), lernten die Germanen
von den Römern. Äpfel kann man weder durch Samen noch durch
Stecklinge vermehren, alle Sorten müssen gepfropft werden. Die Unterlagen
bestimmen die Qualität und den Ertrag des Baumes. Es gibt heute für
jeden Boden und für jede gewünschte Größe des Baumes
die passende Unterlage. Beim Kauf von jungen Apfelbäumen ist der Typ
der Unterlage auf dem Markenetikett verzeichnet. Wie alle Obstgehölze
sollten auch die Äpfel im Mai gedüngt werden, sie wachsen entsprechend
ihrer Unterlage auf jeden Boden, vorzugsweise sollte er leicht sauer sein.(5,5
bis 6,5 pH)
Heute gibt es wahrscheinlich über 25 000 Apfelsorten in der
Welt, über 70 % der Obsternte sind Äpfel. Wir unterscheiden heutzutage
nicht nur nach Geschmack, sondern auch nach Reife und Lagerzeit.
Der Apfel begleitet Menschen schon seit Urzeiten, ist Symbol für
Liebe, Fruchtbarkeit und Leben.
Berühmt wurde der (Granat?)Apfel, den Eva Adam reichte...er
mutierte im Christentum vom Lebensspender zum sündigen Objekt, Symbol
für Vergänglichkeit, in allen Kulturen hoch geschätzt, war
er grundsätzlich ein Symbol für die Erde und vielen Göttinnen
zugeordnet wie Ischtar, Venus, Hera, Iduna.
Bei den Kelten ist Avalon (die Apfelinsel) ein heiliger Ort,
an Samhain (dem Hochfest der Kelten, die Nacht des 31.10 zum 1.11., heute
eher als Halloweenfest bekannt, war der Apfel Symbol für Sterben und
Wiedergeburt.
Bei den Germanen wachte die Göttin Iduna über die goldenen
Äpfel - die Asen aßen davon und erhielten ewige Jugend.
In Griechenland wurde der Apfel berühmt, als Paris der
schönsten Göttin einen Apfel geben sollte und durch die dadurch
entstehende Eifersüchteleien den Trojanischen Krieg auslöste.
Ein Apfel zeigt halbiert in der Mitte ein Pentagramm – das war und
ist ein magisches Symbol, als Reichsapfel steht er für die Herrschaft
des Geistes auf der Erde
Der Apfel gilt als weiblich, die Birne als männlich bei der
Geburt eines Mädchens wurde daher immer ein Birnbaum, bei einem Jungen
ein Apfelbaum gepflanzt.
Der Apfelbaum wird aber auch als Orakelbaum betrachtet: man sagte
mit seiner Hilfe den Verlauf von Leben und Tod voraus.
Aß man unmittelbar vor dem Tod noch einen Apfel, konnte die
letzte Ölung nicht erteilt werden und man war auf ewig verdammt.
Apfelbäume wurden auch vielfach mit Hexen und Unholden in Verbindung
gebracht.
Unter ihnen, wie unter vielen anderen Bäumen, tanzten Freitags
die Hexen, so unter dem Hexenbäumle, ein Apfelbaum, in Rottenburg.
Der Apfel als Heilmittel
Äpfel enthalten die Vitamine A, B und C, der Gehalt an Vitamine
schwankt je nach Sorte und Jahreszeit, außerdem enthält er organische
Säuren (Dextrose, Pektine, Wachs, Salizylsäure, Gerbsäure)
und die Spurenelemente Eisen, Kupfer, Mangan sowie die Mineralstoffe Kalium,
Natrium und Kalzium.
Äpfel immer zimmerwarm und gemütlich essen, da sonst die
Möglichkeit von Sodbrennen besteht, Schale immer mitessen, da sie
gegenüber dem Fruchtfleisch ein Vielfaches an Vitamin C enthält.
Nach amerikanischen Forschungen halten zwei Äpfel pro Tag den
Herzinfarkt auf, da sie Cholesterin abbauen und Vitamin E enthalten.
Ein Apfel vor dem Schlafengehen verhindert Schlafstörungen,
ein Apfel am Morgen hilft beim Wachwerden. Schwangerschaftsübelkeit
am Morgen wird durch das Essen eines Apfels vor dem Aufstehen vermieden.
Gebraten mit Honig helfen Äpfel bei Heiserkeit.
Bei Gicht wird das Trinken von Apfelschalentee empfohlen.
Aus geriebenem Apfel kann man Schönheitsmasken machen. Sie helfen
aber auch bei Kopfschuppen. Bei rheumatischen Beschwerden macht man einen
Wickel mit geriebenen Äpfeln. Bei einer akuten Entzündung kalt,
bei einer chronischen Entzündung warm. Der Apfel gilt auch als Blutreinigungsmittel,
er soll den Körper reinigen und sich daher bei Rheuma, Gicht, Leber-
und Nierenkrankheiten, Arterienverkalkungen, Fettleibigkeit und Hautkrankheiten
bewähren.
Ein lang bewährtes Hausmittel ist der Apfelmost, der sogar
noch mehr leisten kann als der Apfel. Er hilft, Fette abzubauen, indem
er sie aufspaltet. Er soll sogar krebserregende Stoffe in geräucherten
Speisen neutralisieren. Insbesondere für ältere Menschen ist
dieser Most ein hilfreiches Mittel zur Kräftigung und Heilung.
Allein der der pure Apfelduft kann Erstaunliches bewirken. Friedrich
Schiller hatte bekanntlich immer einen etwas angefaulten Apfel in seiner
Schreibtischschublade, dessen Geruch ihn zu höchsten literarischen
Leistungen inspirierte.
Äpfel regulieren die Verdauung - abhängig von der Zubereitung
entweder stopfend: gerieben (inkl. Schale und Kerngehäuse!) hilft
er bei (starkem) Durchfall, gut geeignet auch für Kinder! Während
bei Verstopfung das Essen eines ganzen Apfels (möglichst einschliesslich
Kernhaus, Ballaststoff!) empfohlen wird.
Der Kräuterheiler M. Messegue zitiert noch einen interessanten
Spruch der mittelalterlichen Schule von Salerno, der zahlreiche bekannte
Ärzte angehörten:
"Post pirum da putum,
Post pomum vade cacatum!"
(Nach der Birne- pipi, nach dem Apfel- kaka.)
Amerikanische Wissenschaftler konnten nachweisen, daß der Apfel
den Menschen bis ins hohe Alter dynamisch hält, als Beweis dieser
Theorie werden Napoleon, Bismarck und Churchill angeführt, die täglich
eine große Menge Äpfel zu sich nahmen und dabei ein hohes Alter
erreichten, wenn man dies zuließ!
In der Bachblütentherapie ist die Blütenessenz Crab Apple
Thema für die Selbstliebe, Reinigung, sie hilft Menschen, ihren
Körper und ihr Aussehen anzunehmen, wichtig auch in der Pubertät
oder wenn man dem gängigen "Schönheitsideal nicht entspricht,
bei zwanghaften Verhalten in punkto Sauberkeit (Putzzwang, Duschzwang etc.),
ist auch ein grosser Reiniger auf körperlicher Ebene.
Beim Halloweenfest in den USA wird das "Apfelfischen" gespielt.
Jeder Teilnehmer setzt einen Apfel auf eine Wasserschale. Dann versucht
jeder, einen Apfel mit Mund und Zähnen herauszufischen - der Eigentümer,
dessen Apfel man fischt, wird der Ehepartner!
Mit frdl. Genehmigung von Maria
Mail-Brandt