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Pflanzen im Oktober: Immergrüne Blätter, leckere Früchte
und mehr
Cryptomeria
japonica Foto: PdM.
Immergrüne Blätter, leckere Früchte, leuchtende Beeren,
außergewöhnliche Nadeln oder eine interessante Wuchsform – auch
wenn die winterliche Ruhe beginnt, hat der Garten einiges zu bieten.
Hippophae rhamnoides
Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist ein robuster Wildobstbaum
oder -strauch mit schönen, silbriggrauen Blättern. Sogar nach
dem herbstlichen Blattfall ist er noch interessant, denn er hat leuchtend
orangefarbene Beerenfrüchte, die bis in den Winter hinein an den Zweigen
bleiben. Sie sind essbar und enthalten viele Vitamine, vor allem der Vitamin-C-Gehalt
ist sehr groß. Die Früchte eignen sich gut für Marmelade,
Sirup oder gesunde Säfte. Der Sanddorn ist zweihäusig, das heißt,
dass eine Pflanze entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten
trägt. Für eine reiche Beerenernte muss deshalb zusätzlich
zu den weiblichen eine männliche Pflanze als Pollenspender gepflanzt
werden. Mittlerweile gibt es auch Züchtungen, die größere
Früchte als die Wildart haben.
Mespilus germanica
Die Echte Mispel (Mespilus germanica) ist ebenfalls ein interessantes
Wildobst und schon sehr lange in Kultur. Dieser kleine Baum kommt ursprünglich
aus Südeuropa, dem Kaukasus und dem Iran. Er wird etwa 3 bis 5 Meter
hoch und ist sehr hitzeverträglich. Die Blätter sind bis 12 Zentimeter
lang und an der Unterseite fein behaart. Im Herbst färben sie sich
rotbraun bis orangegelb. Die Mispel wurde besonders im Mittelalter geschätzt
und war früher in Bauerngärten oft zu finden. Im Mai und Juni
erscheinen hübsche weiße Blüten, aus denen sich im Herbst
birnenförmige, braune Früchte mit etwas filziger Schale entwickeln.
Sie schmecken süß-säuerlich und werden erst nach Frosteinwirkung
genießbar. Sie können dann roh gegessen werden, eignen sich
aber auch gut zum Beispiel für Marmelade oder Obstwein.
Spiraea betulifolia
Der Birkenblättrige Spierstrauch (Spiraea betulifolia) ist
sehr frosthart und dicht verzweigt. Im Juni erscheinen weiße Blüten,
im Herbst verabschiedet sich der sommergrüne Strauch mit leuchtend
gelben bis feurig roten Blättern in die Winterruhe. Nach dem herbstlichen
Laubfall wird die rotbraune Rinde sichtbar. Dieser breitbuschig wachsende
Spierstrauch wird bis etwa einen Meter hoch und eignet sich gut für
dichte, niedrige Hecken. Weil er auch im Halbschatten gedeiht, kann er
zur Unterpflanzung von Bäumen genutzt werden.
Cryptomeria japonica
Die Sicheltanne (Cryptomeria japonica) ist ein außergewöhnlicher
Nadelbaum aus dem Fernen Osten. In Japan sind Sicheltannen die wichtigsten
Forstgehölze, in Deutschland sind sie relativ unbekannt. Es gibt verschiedene
Sorten, die langsam wachsen und nur wenige Meter hoch werden. Sie haben
immergrüne, weiche, leicht sichelartig gebogene Nadeln und zum Teil
ein eigenwilliges Erscheinungsbild. Die Hahnenkamm-Sicheltanne (Cryptomeria
japonica ’Cristata’) zum Beispiel hat teilweise extrem verbreiterte Triebspitzen,
die tatsächlich stark an Hahnenkämme erinnern. Für ungetrübte
Freude an den exotisch anmutenden Sicheltannen empfiehlt sich ein geschützter
Standort, denn vor allem junge Pflanzen reagieren empfindlich auf Wintersonne
und Sommertrockenheit.
Nandina domestica
Der Heilige Bambus oder Himmelsbambus (Nandina domestica) ist aus
botanischer Sicht gar kein Bambus, doch mit seinem locker-luftigen, filigranen
Wuchs erinnert er manch einen an diese Gräser. Er stammt aus Ostasien
und eignet sich, da er langsam wächst und nur etwa 2 Meter hoch wird,
gut als Kübelpflanze. An geschützten Standorten und in klimatisch
begünstigen Regionen kann dieser aparte kleine Strauch auch ganzjährig
im Freien wachsen. Der Heilige Bambus ist das ganze Jahr über schön,
denn die gefiederten, immergrünen Blättchen sind äußerst
dekorativ: Der Austrieb ist rötlich bis bronzefarben, später
vergrünen die Blättchen, um sich im Herbst und Winter wieder
rot zu verfärben. Weil während der ganzen Vegetationsperiode
neue Blätter gebildet werden, bietet die Pflanze auch im Sommer ein
reizvolles Farbenspiel. Im Sommer erscheinen auch die cremeweißen
Blüten, die sich in 20 bis 30 Zentimeter langen Rispen über das
Laub erheben. Aus ihnen entwickeln sich rote Beeren, die den Baum wie kleine
rote Perlen über einen langen Zeitraum schmücken.
Epimedum
Elfenblumen (Epimedium) sind zarte Schönheiten mit besonderer
Ausstrahlung. Die anmutigen Blüten entwickeln sich im April/Mai und
scheinen wie kleine Elfen über dem Laub zu schweben. Diese nur 20
bis 30 Zentimeter hohen Stauden sind anspruchslos. Sie gedeihen gut an
halbschattigen bis schattigen Standorten auf humosen Böden, beispielsweise
unter Bäumen und Sträuchern. Sie können regelrechte Teppiche
bilden, die je nach Art und Sorte auch im Winter den Boden mit ihren herzförmigen,
manchmal rötlich bis bronzefarben getönten Blättern dicht
bedecken. Wintergrün sind zum Beispiel die gelb blühende Schwefel-Elfenblume
(Epimedium x versicolor ’Sulphureum) und die ebenfalls gelb blühende
Epimedium-Sorte ’Frohnleiten’.
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