| Bei aller Diskussion zum Klimawandel: Wer jetzt leuchtend
rote oder gelbe Blüten entdeckt, muss nicht unruhig werden. Einige
Ziersträucher und Stauden blühen von Natur aus sehr früh.
Sie sind die Individualisten unter den Gartenpflanzen, denn sie haben ihre
ökologische Nische gefunden. Frühblüher wie die Kornelkirsche
(Cornus mas) nutzen eine Zeit, in der nur wenig Konkurrenz durch andere
blühende Pflanzen besteht. Die große Mehrzahl der Pflanzen blüht
erst später im Frühjahr oder im Sommer und so haben die Frühblüher
mehr Chancen, von bestäubenden Insekten angeflogen zu werden. Dieser
Trick der Evolution bietet auch den Gartenbesitzern Vorteile, denn wer
Frühblüher pflanzt, kann sich über einen besonders zeitigen
Start in die Gartensaison freuen.
Leuchtendes Gelb
Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist einer der ganz frühen Blütenstars.
Weil die Blätter noch auf sich warten lassen, ist der Blick frei auf
die dekorativen, strahlend gelben Blüten. Obwohl die einzelnen Blüten
recht klein sind, machen sie die Kornelkirsche zu einem besonderen Schmuckstück,
denn sie erscheinen in großer Zahl und stehen in dichten Büscheln
zusammen. Die Kornelkirsche wird etwa 4 bis 7 m hoch. Sie ist sehr robust
und verträgt längere Hitze- und Trockenperioden. Dieser große,
im Alter oft baumartige Strauch ist in weiten Teilen Europas verbreitet
und kommt auch in einigen Regionen Deutschlands in der freien Natur vor.
Früher wurden die Früchte als Wildobst geschätzt, heute
entdeckt man sie als Delikatesse aus dem eigenen Garten wieder: Ab August
entwickeln sich kirschgroße, leuchtend rote, Vitamin-C-haltige Früchte,
die sich gut zu Marmelade, Kompott, Obstwein oder Saft verarbeiten lassen
oder roh verzehrt werden können.
Blütenglöckchen
Zu der eindrucksvollen Gruppe der frühen Blüher gehört
auch die Niedrige Glockenhasel (Corylopsis pauciflora). Sie öffnet
ihre zart duftenden, hellgelben Blüten schon im März und April
vor dem Blattaustrieb. Die in großer Zahl erscheinenden Blütenglöckchen
hängen meist zu zweit oder dritt an den feinen Trieben und lohnen
einen Blick von nahem. Sie sind von einem dünnen, beinahe durchscheinenden
Tragblatt umgeben, das den zierlichen Eindruck der Blüten noch verstärkt.
Dieser filigrane Frühblüher wird nur etwa 1 bis 1,5 Meter hoch.
Er wächst langsam und findet auch in kleinen Gärten oder Innenhöfen
noch Platz. Schöne, farblich wunderbar passende Partner sind blau
blühende Zwiebelblumen wie Blausternchen oder Vorfrühlingsanemonen.
Wichtig für die aus dem Fernen Osten stammende Glockenhasel ist ein
Standort, der vor kaltem Nord- und Ostwind geschützt ist. Auch nach
der Blüte ist die Glockenhasel interessant: Ihre Blätter sind
im Austrieb rötlich, später vergrünen sie und im Herbst
färben sie sich goldgelb.
Quelle:
BdB Der Garten bewegt mich - Pflanzen des Monats
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Kleiner Blütenschatz
Eine hübsche frühblühende Staude ist die Kuhschelle
(Pulsatilla vulgaris), eine aparte, etwa 25 Zentimeter hohe, pflegeleichte
Staude mit großen Blüten und seidig-fein behaarten Knospen und
Blütenstängeln. Die silbrig-filzigen Blütenknospen erscheinen
schon vor den Blättern. Im Austrieb sind auch die Blätter fein
silbrig behaart. Diese Haare sind ein Verdunstungsschutz und weisen schon
darauf hin, dass die Kuhschellen am besten auf sonnigen und warmen Standorten
gedeihen. Die glockenähnlichen Blüten erscheinen im April und
Mai, je nach Region und Witterung auch schon im März. Sie sind blauviolett,
rot oder weiß mit einem kontrastreichen Herzen aus gelben Staubgefäßen.
Solange die Blüten noch nicht ganz geöffnet sind, ähneln
sie einer kleinen Glocke oder den bei Almvieh verwendeten Kuhglocken bzw.
-schellen – daher der deutsche Name Kuhschelle. Die hübsche kleine
Staude eignet sich sowohl für den Garten als auch für Kästen,
Kübel und Tröge und kann so ihren wildblumenhaften Charme sogar
auf Balkon und Terrasse entfalten.
Blütenreicher Tausendsassa
In das strahlende Gelb der früh blühenden Sträucher
mischen sich auch andere Farben wie bei den Zierquitten (Chaenomeles).
Ihre Blüten erscheinen schon vor dem Blattaustrieb und sind bei den
meisten Zierquitten leuchtend rot. Die oft intensiv gelben Staubgefäße
bilden einen auffallenden Kontrast zu dem Rot der Blütenblätter.
Die recht anspruchslosen, oft nur 1 bis 1,5 m hohen Sträucher gehören
zur gleichen Familie wie die Rosen und sie fallen genau wie ihre edlen
Verwandten durch die großen Blüten auf. Die Zweige eignen sich
gut zum Vortreiben und bringen so schon in der Winterzeit einen Hauch von
Frühling in die Wohnung. Zierquitten können sowohl einzeln als
auch in Gruppen gepflanzt werden. Einige Sorten sind mit ihren bedornten
Trieben auch für undurchdringliche lockere Blütenhecken ideal.
Diese vielseitigen Frühblüher eignen sich auch für kleinste
Gartenflächen, denn sie können mit Hilfe eines Spaliers sogar
an einer Hauswand emporwachsen. Die Zierquitte ist – genauso wie die Kornelkirsche
– wegen ihrer außergewöhnlich frühen Blütezeit eine
wertvolle Futterquelle für Bienen und andere Insekten.
Blütenschönheit der Extraklasse
Eine Klasse für sich sind die Kamelien (Camellia). Die Blütenfarben
reichen von Weiß bis zu den verschiedensten Rosa- und Rottönen.
Manche Sorten haben mehrfarbige Blüten. Es gibt sowohl einfache als
auch gefüllte Blüten. Die Gefüllten erinnern mit ihrer Üppigkeit
an Dahlien oder Päonien. Wegen der Gleichmäßigkeit der
edlen Blüten und der fernöstlichen Herkunft wird die Kamelie
manchmal als „Chinesische Rose“ bezeichnet. Bei Topfkamelien im Haus erscheinen
die Blüten schon im Februar und März, bei Pflanzen im Garten
etwa von Mitte März bis Anfang Mai. Robustere Sorten können unter
bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel im Weinbauklima oder an geschützten
Standorten wie Innenhöfen, das ganze Jahr über im Freien wachsen.
Dank ihrer immergrünen, glänzenden Blätter sind sie auch
nach der Blüte attraktiv. Kamelien haben ähnliche Ansprüche
an den Boden wie Rhododendren – er sollte humusreich, luftdurchlässig
und kalkarm sein. Wenn die Pflanzen gegossen werden, sollte man Regenwasser
verwenden, denn das ist kalkarm. |